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«Wandzeitung» vom 24.2.2018:

Etliche Stunden habe ich so verbracht:

Über die Liebe zu Büchern.

Das Lesen von Büchern gehört schon seit Primarschulzeiten zu meinen Hobbies. In der Sekundarschule und während meiner Lehrzeit habe ich wahrscheinlich so viel gelesen wie nie zuvor. Egal wo ich war, im Zug oder während einer Autofahrt, zu Hause oder draussen am See; man fand mich nur selten ohne Buch in der Hand vor. Viel zu oft geschah es, dass mich meine Mutter oder meine Schwester angesprochen haben, und ich sie unwissentlich ignorierte, da ich zu sehr in der Geschichte vor mir versunken war. Etliche Stunden habe ich so verbracht, den Kopf über die bedruckten Seiten geneigt und alles Niedergeschriebene aufgesaugt, als hinge mein Leben davon ab. Ja, das Lesen ist etwas Magisches.

Leider gab es seither immer wieder Phasen, in welchen ich sehr selten ein Buch in die Hand genommen habe, da mir einfach die Motivation oder die Energie dazu gefehlt hat. Denn es fordert doch etwas Konzentration, all das zu Papier gebrachte aufzunehmen und zu verarbeiten. Jedoch finde ich meinen Weg immer und immer wieder zurück zu diesen kleinen (oder grossen) Meisterwerken. Es ist mir noch immer ein Mysterium, wie es einigen Autoren gelingt, eine komplett neue Welt zu erschaffen mit Protagonisten zum Verlieben, Bösewichten zum Verfluchen und dramatischen Szenen zum Verzweifeln.

Aber es ist nicht nur das eigentliche Lesens des Buches. Denn es gibt kein besseres Gefühl, als das Eintreten in meinen Lieblingsbücherladen und das Finden von neuen Büchern, mit welchen man sich stundenlang beschäftigen kann. Seien es Fantasy-Bücher mit unglaublichen Szenerien und Wesen, oder Unterhaltungsliteratur für junge Erwachsene (wie ich mich zu nennen wage) mit liebenswerten Charakteren und mehr oder weniger versteckten Moralpredigten – es gibt so vieles zu entdecken, dass es manchmal schon fast überwältigend ist. Zudem hat das Kaufen von Büchern immer noch den positiven Nebeneffekt, dass meine Arme an Muskeln anlegen, da ich dann die mehrere Kilo schwere Tasche bis nach Hause schleppen kann und in den nächsten Tagen oder Wochen immer eins bis zwei Bücher in meiner Handtasche mitführen werde. Meine Kolleginnen bei der Arbeit legen mir regelmässig ans Herz, dass ich mir einen eBook Reader – eine Art Tablet, auf welchem man Bücher lesen kann – zulegen soll. Nur habe ich zwar ein solches Gerät, aber es ist einfach nicht dasselbe.

Verstehen Sie mich nicht falsch; diese eBook Reader sind unglaublich praktisch! Man hat all seine Bücher in einem leichten, kompakten Gerät und kann, wenn man Zugang zum Internet hat, problemlos unterwegs neue Bücher herunterladen. Aber niemals will ich mir das Gefühl vorenthalten, in einem neuen Buch herumzublättern, den Geruch der Seiten wahrzunehmen und die Kunstwerke auf dem Einband zu bestaunen. Daher riskiere ich lieber stetigen Muskelkater, als dass ich diese Erlebnisse aufgebe.

Und egal wie oft ich in eine meiner "Lese-Flauten" falle, ich kann mit absoluter Gewissheit sagen, dass es mich stets wieder zu diesen Abenteuern und Liebesgeschichten zurückzieht. Denn das Leben ist einfach so viel schöner mit all meinen Lieblingsbüchern darin.


Nicole Langhart,
24.2.2018, 117. Jahrgang, Nr. 55.

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