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«Wandzeitung» vom 23.9.2017:

Zur Einführung der Digitalisierung und neuen Arbeitswelten:

Neues Zeitalter im alten Denken.

Der Spruch vom neuen Wasser in alten Schläuchen ist bekannt. Nun hat Swisscom bekannt gegeben, dass sie Arbeitsplätze ohne Chefs einführt. Ein grosser Teil der Angestellten ist von diesem Arbeitsmodell ummantelt. Abgeschaut hat es Swisscom den Start-ups, jenen Kleinunternehmern, die digital starten und zumeist im Wirtschaftsraum versinken.

Wer mit der digitalen Welt und hierarchielosen Arbeitswelten auf unserem Planeten Erde gross werden will, beginnt ein gefährliches Spiel. Solche Unternehmer müssen nämlich die Unendlichkeit denken können, was in unseren Studiengängen und Bildungsstätten nicht vermittelt wird. Auch dem Swisscom-Management fehlt die Begabung, die Unendlichkeit und ihre Auswirkung auf unsere Wirklichkeit radikal zu denken. Somit fehlt den Managern auch das Folgebewusstsein ihres Aktionismus.

Wer Digitalisierung und neue Arbeitswelten ohne Chefs einführen will, muss auch den in der westlichen Sprache immer noch vorherrschende Glauben an ein zentriertes Weltbild überwinden. Dieser Anspruch gilt für alle Wissenschaften und damit auch für das Beratungs- und Führungswesen von Organisationen mit ihren beteiligten Menschen.

In unseren Köpfen ist es klar, dass die Erde nicht den Mittelpunkt des Universums abbildet. Dennoch erklären wir das Universum heute noch, als wären wir Menschen dessen Mittelpunkt. Intellektuell begreifen wir, dass wir mit unserem Planeten um die Sonne kreisen. Mit unseren Sinnen nehmen wir sie als Mittelpunkt wahr. Was heute sonnenklar erscheint, ist im Mittelalter für Politik, Kirche und Bildung eine extreme mentale Leistung gewesen. Die Natur hat sich seither weiterentwickelt, nicht aber die Universitäten. Von Galilei bis Einstein ist es nicht gelungen, das Unendliche zu denken und wissenschaftlich zu erklären. Wir reden zwar vom unendlichen Universum, aber keiner hat mit seinen Sinnen erkannt, welchen Konsequenzen unsere Wahrnehmung von Raum und Zeit ausgesetzt ist. Wir denken, schulen und erziehen immer noch linear. Als Beispiel darf erwähnt sein, dass Einstein seine eigens eingeführte Relativitätstheorie selber ad absurdum führte, indem er, anstelle des Raums, der Zeit den Vorzug gab, das Licht als Konstante erklärte und als Beweis die Lichtkrümmung einführte. Denn nur so lässt sich die Wahrnehmung mit unseren Sinnen erklären, warum die Sonne am Abend und am Morgen weniger heiss die Erde bestrahlt. Von Sinneserkenntnis also keine Spur.

Das erzwungene kosmologische Denken hat noch heute einen Einfluss auf unsere Sprachbildung und unser Denkvermögen. Unser Leben spielt im unendlichen Raum. Erst wenn wir das wirklich denken, können wir auch über die Konsequenzen nachdenken, welche eine Digitalisierung der Wirtschaft mit neuen hierarchielosen Arbeitswelten nach sich zieht. Solange dies aber nicht passiert, sind Swisscom und Co. eine Blase, in der niemand mehr weiss, was der andere macht. Chaos und Staus sind vorgegeben, da uns Menschen der Intellekt zu neuem Denken in linearen Schläuchen schlichtweg die Intelligenz für ein neues Denken in komplexen Schläuchen verwehrt.


Heiner Dübi,
23.9.2017, 116. Jahrgang, Nr. 266.

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